Alles auf Zucker!

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Ja, ich sage jetzt auch noch etwas zum Thema Zucker, obwohl es bereits im doppelten Sinne in aller Munde ist. Glaubst du mir jetzt wahrscheinlich eh‘ nicht, aber das Thema lungert bei mir schon eine geraume Zeit für einen Artikel rum. Ich will mich jetzt nicht in die Schlange derer einreihen, die auf die Getränkeindustrie und Fastfood-Produzenten schimpfen, sondern dir eine- womöglich eher unbekannte – Seite deines Zuckerkonsums aufzeigen.

Klar weißt du, dass Zucker Karies verursacht und zu viel des Guten davon auch dick macht. Andererseits ist Zucker auch ein Energielieferant, was also tun? Ich denke hier muss man ganz klar die Spreu vom Weizen trennen, denn Zucker ist zwar Zucker, aber auch wieder nicht unbedingt…

Ein paar Fakten kann und will ich dir zunächst mal nicht ersparen:

In Deutschland ist der Pro-Kopf-Verbrauch an zuckergesüßten Getränken so hoch wie in kaum einem anderen Land: Durchschnittlich 84 Liter der sogenannten ‚Erfrischungsgetränke‘ (so der Tarnname) trinkt jeder Deutsche pro Jahr! Darunter fallen sowohl total überzuckerte Energy-Drinks und colahaltige Getränke, als auch Limonaden von Bioherstellern! Wobei die dabei die kleinsten Zuckermengen verwenden, aber trotzdem!

lemonade-1271883_640Klar waren bei diesem Test auch ein paar zuckerfreie Getränke dabei, hört sich allerdings besser an als es ist, denn die hatten dafür jede Menge Süßstoffe in sich. Die sind bekanntlich auch sehr umstritten, da sie u.a. für Fehlernährungen und Übergewicht verantwortlich gemacht werden. Es entsteht eine Süßgewöhnung und der Blutzuckerspiegel spielt auf Dauer verrückt, was wiederum einen Anstieg von Diabeteserkrankungen nach sich ziehen kann.

Und das sind nur die Getränke! Achte mal darauf in welchen Lebensmitteln wie Fertiggerichten, Molkereiprodukten, Wurstwaren, Saucen, salzigen (!) Knabbereien usw. Zucker enthalten ist. Normalerweise würdest du hier wohl eher keinen Zucker vermuten oder? Ich verspreche dir, du kommst aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Was macht Zucker mit dir?

Brutal offen gesagt, bist du die Summe deiner Organe, jeder Menge Muskeln, Knochen und Haut, fertig. Ich fange mal mit deinem größten Organ an:

Deine Haut:
hautZuviel Süßes lässt dich im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen. Wer ist Schuld? Eine Art Abfallprodukt des Zuckerstoffwechsels, denn es setzt sich in deinem Körper fest! Das sogenannte Makromolekül AGE. Nachgewiesener Maßen verhärtet dieses Molekül mit der Zeit dein Bindegewebe und deinen Hautzellen bei ihrem Reparaturauftrag die Arbeit erschwert. Das Ergebnis: FALTEN!!!

Was erhöhter Zuckerkonsum hier ausmacht, haben niederländische Wissenschaftler herausgefunden: Sie ließen Fotos von ca. 600 Personen mit unterschiedlichsten Blutzuckerwerten beurteilen. Das Ergebnis war eindeutig: Menschen die Zucker sparsam bis geizig konsumieren, sahen mindestens ein Jahr jünger aus als die gleichaltrigen Leckermäulchen 😉

Deine Leber:
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Oben hatte ich es ja schon mal erwähnt: Zucker ist auch ein Energielieferant. Wenn du jedoch zu viel davon zu dir nimmst, speichert deine Leber diese überschüssige Energie, wandelt dazu den Fruchtzucker – ein Bestandteil des gemeinen Haushaltszuckers – in Fett um und Schwups wächst dein körpereigenes Fettdepot. Je größer dein Fettdepot, desto stärker schwillt deine Leber an. Diese Tatsache hat wiederum zur Folge, dass deine Leber nur noch bedingt gute Arbeit leisten kann. Dadurch steigt dein selbstgemachtes Risiko, an Hepatitis und Leberkrebs zu erkranken. Das gemeine an der Leber ist, dass sie erst Schmerzen verursacht, wenn sie bereits heftigst entzündet ist. Spätestens jetzt musst du dir deinen Zuckerkonsum sehr genau anschauen, warum also nicht gleich?

Deine Organe Brust, Darm, Nieren und bei Frauen Eierstöcke:
Es ist mittlerweile wissenschaftlich eindeutig erwiesen, dass bestimmte Krebsarten bei Übergewichtigen rund 30 Prozent wahrscheinlicher sind, als bei schlanken Menschen. Als Grund hierfür wird Zucker bzw. das Insulin vermutet, dessen vermehrte Ausschüttung durch Süßes aller Art geradezu provoziert wird. Denn in vielen Geweben haben Krebszellen im Frühstadium sogenannte Insulinrezeptoren auf ihrer Oberfläche. Was dazu führen könnte, dass die Blutzuckeraufnahme in den Zellen und somit das Wachstum von Krebszellen begünstigt wird.

Dein Gehirn:
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Mit weniger Zucker bist und bleibst du fitter im Kopf! So könnte man das Studienergebnis der Berliner Charité auf den Punkt bringen. Für diese Studie wurden 141 gesunde (!) Teilnehmer gebeten, sich Wörter aus einer Liste zu merken. Diejenigen Teilnehmer mit einem höherem Blutzuckerspiegel konnten sich weniger Wörter merken. Bei Messungen wurde bei diesen Teilnehmern auch eine schlechtere Hirnstruktur erkannt, im Vergleich zu den weniger ’süßen‘ Studienteilnehmern. Denn zu viel Zucker im Blut regt die Insulinproduktion an. Wenn dann dieses Hormon – also Insulin – das Gehirn zu stark flutet, wird ein entsprechendes Enzym am Abbau eines für unser Gehirn giftigen Eiweißes gehindert. Die Folge: Beta-Amyloid (so der Name des giftigen Eiweißes) lagert sich zwischen den Nervenzellen ab und verursacht Demenz.

Dein Herz:
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Zucker macht nicht nur dich dick, sondern auch dein Blut! Dickflüssiges Blut bedeutet Schwerstarbeit für die filigranen Kapillaren im Herzgewebe: sie verstopfen leicht. Forscher an der Chicago Universität haben 31.000 US-Bürger diesbezüglich getestet und untersucht. Das Ergebnis ist in meinen Augen schon recht heftig: Wenn du mehr als 20 Prozent deiner täglichen Kalorienzufuhr mit Zucker abdeckst, hast du ein doppelt so hohes Herzinfarktrisiko als Menschen, die nur 10 Prozent ihrer Energie aus Zucker beziehen. Um diese 10 Prozent-Grenze zu überschreiten, reicht es schon aus, wenn du nur ein (!) zuckerhaltiges Getränk pro Tag konsumierst und somit das Risiko an Herzversagen zu sterben zu steigern. Wenn du jetzt noch an die ganzen mehr oder weniger ‚unbekannten‘ Zuckerquellen in den heutigen Lebensmitteln denkst…

Kleiner Helfer beim Aufspüren von ungeahnten Zuckerquellen in Lebensmitteln kann auch eine app sein. Schau mal in deinem app-Store nach. Ich nutze z.B. die app ‚Süßmacher‘. Sie beinhaltet ein Lexikon mit allen ‚Zuckernamen‘ und ein Glossar, in dem in der app verwendete Fachbegriffe im Zusammenhang mit Zucker erklärt werden.

Okay, der Artikel macht nicht unbedingt gute Laune 😉 ich finde es aber wichtig, dass diese Informationen ‚unter die Leute‘ kommen. Gerade wenn ich erfahre, dass erhöhter Zuckerkonsum Demenz- und Alzheimererkrankungen fördert, frage ich mich, warum es in Seniorenheimen jeden Nachmittag die reinste Kuchenschlacht für die Bewohner gibt.

Oder Schulkinder vermeintlich gesunde Pausensnacks und Pausengetränke – oft genug von den Kommunen gesponsert – bekommen, die im Prinzip in erster Linie aus Zucker bestehen.

Wenn ich dich für dieses Thema zumindest ein bisschen sensibilisieren konnte, bin ich zufrieden 😉

Zuckerfreie Grüße und eine tolle Woche wünscht dir

Unterschrift

 

 

2 Kommentare zu „Alles auf Zucker!

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