Adventszeit = Plätzchenzeit

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Ich gestehe: Grundsätzlich bin ich nicht so eine Süße, aber so im Winter, in der Adventszeit oder generell zu einem leckeren Espresso oder köstlichem Tee, da kann ich schon schwach werden. Nur, da ich seit Juli ‚eigentlich‘ gar keinen Industriezucker mehr esse / essen will, was mache ich denn dieses Jahr?

Also habe ich mich mal auf die Suche gemacht, um Keks- und Plätzchenalternativen zu finden, die mir schmecken und mich glücklich machen, weil meine besonderen Ernährungswünsche berücksichtigen. Und tatsächlich, es gibt sie…hurra!

Doch erst mal ein bisschen Geschichtsstunde… 

Ups, was ist es denn nun: Keks oder Gebäck? Da gibt es wohl echt einen Unterschied, war mir ja bis dato nicht bekannt und ehrlich gesagt auch egal, Hauptsache lecker 😉 Allerdings, beim weiterlesen fand ich es dann doch interessant und möchte mein neues Wissen jetzt erstmal mit dir teilen:

Ob es Feingebäck oder Kekse sind, hängt nämlich von der doch recht unterschiedlichen Herkunft ab. Feingebäck kommt von ‚feine Herrschaften‘, haha, aber Tatsache. Früher aßen die feinen Herrschaften zum Kaffee oder Tee mit Vorliebe kleine Gebäckstücke. Die waren auch damals schon nicht unbedingt nahrhaft, aber lecker und reichlich zuckerhaltig. Das typische Feingebäck war mürbe, locker und krümelte so herrlich beim Vernaschen. Damit es so schön krümelig wird,  musste es einen bestimmten Anteil Fett enthalten, entweder Butter oder ein pflanzliches Fett.

Und wo kommt der gemeine Keks her?

Der Keks ist von Haus aus bodenständiger, denn wenn englische Seefahrer und Reisende früher lange auf Schiffen unterwegs waren, hatten sie so eine Art Schiffszwieback an Bord. Dieser Zwieback war sehr nahrhaft und lange haltbar. Eigenschaften, die bei einer mitunter monatelangen Schiffsreise nicht zu unterschätzen sind. Es wurde unter der Bezeichnung ‚English cake‘ bekannt. Dann kam im 19. Jahrhundert ein cleverer deutscher Kaufmann auf die Idee, getreu dem englischen Vorbild selber solche ‚English cakes‘ biscuitherzustellen. Und wie das so mit den Anglizismen so war und ist: aus cakes wurde Keks. Allerdings ist der echte Keks immer rechteckig, flach gebacken und hat einen gezackten Rand. Kommt dir irgendwie bekannt vor? Mir auch 😉 Am besten haben sie mir als Kind immer in Mamas selbstgemachter ‚Kalter Hundeschnauze‘ zu meinem Geburtstag gemundet…

 

Keks ist nicht gleich Keks und die super Nachricht: sie können auch gesund sein!!!

Du weißt sicher selber, das Kekse und Gebäck gut schmecken, aber das sie auch noch gesund sein können, war mir zumindest neu und finde ich geradezu beruhigend. Das kleine Wörtchen KÖNNEN ist für mich nicht so erschreckend. Es bezieht sich darauf, dass Kekse & Co. mit Zutaten aus ökologischem Anbau sein müssen. Da ich grundsätzlich möglichst nur hochwertige, ausgewählte Lebensmittel / Backzutaten in Bio-Qualität kaufe 😉 bin ich hier ganz entspannt. Wichtig für Geschmack und Bekömmlichkeit sind ein optimaler Fett- und Rohrzuckeranteil und ein guter Backvorgang.

Wenn du eher faul bist und die ‚gesunden‘ Biokekse lieber kaufen willst, achte unbedingt darauf, dass auf Konservierungsmittel verzichtet wurde und keine künstlichen Farb- und Aromastoffe enthalten sind. Für mich bei Bio ehrlich gesagt, eine Selbstverständlichkeit.

Wenn es Mehl sein darf, sollte Dinkelmehl deine erste Wahl sein!

Mit Dinkelmehl wird Feingebäck und jeder Keks fast schon automatisch gesund, mal davon abgesehen, dass sie auch noch lecker schmecken. Dinkelmehl enthält mehr höherwertiges Eiweiß, mehr Vitamine und Mineralstoffe als beispielsweise Weizenmehl. Dinkelmehl bekommt auch dadurch mehr Punkte, weil es über einen hohen Anteil an Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren verfügt. Geschmacklich gibt es auch Zusatzpunkte: Es schmeckt nussig und ist deutlich aromatischer als Weizenmehl. Du kannst Dinkelmehl bei allen Mehlspeisen und Backwaren verwenden.

Und wenn du, wie ich, möglichst kein Mehl verwenden willst?

Auf das ich mich wiederhole, grundsätzlich bin ich nicht so die Süße, aber wenn, dann im Winter und ich möchte meinen guten Vorsatz ‚kein Zucker‘ dafür nicht opfern. Erschwerend kommt bei mir noch hinzu, dass ich kein Weizenmehl vertrage und auch andere Mehlsorten nicht immer problemlos konsumieren kann. Daher habe ich dieses Jahr bewusst nach Plätzchenrezepten ohne Zucker und Mehl für meine Lieblingsplätzchen Ausschau gehalten. Dabei ist mir auch noch ein super super leckeres Nussbrotrezept über den Weg gelaufen, was ich dir auch nicht vorenthalten möchte.

An die Rezepte fertig los!

Saftige Kokosmakronen

Zutaten für 12 Stück: kokosmakronen

  • 2 Eiweiß
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Kokosraspel
  • 1/4 TL Bio Vanillepulver
  • 60g Xylit (fein) (Birkenzucker)
  • 30 g Speisequark
  • 1 EL Saft einer Zitrone

Zubereitung:

Eiweiß zusammen mit einer Prise Salz sehr fest schlagen. Speisequark, Zitronensaft, Kokosraspel, Vanillepulver und das Xylit unterheben.

Mit Hilfe von 2 Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

Backofen vorheizen und bei 110° Umluft auf mittlerer Schiene ca. 25 Min. backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Zimtsterne …. Sie gehören für mich einfach zur Weihnachtszeit.

Zutaten für ca. 35 Stück: zimtsterne

  • 100 g Haselnüsse, gemahlen
  • 150 g Mandeln, gemahlen
  • 100 g Xylit (Birkenzucker)
  • 2 Eiweiß
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1/2 TL Bio Vanillepulver
  • 1 TL Bio Zimtpulver
  • 1 Prise Salz

Zubereitung:

Eiweiß steif schlagen. Salz, Zitronensaft und Xylit währenddessen langsam zugeben. 4 EL Eiweißschaum abnehmen und beiseite stellen. Vanille, Zimt, gemahlene Haselnüsse und gemahlene Mandeln unterrühren und Achtung: 2 Stunden kalt stellen!

Jetzt den Teig zwischen 2 Stück Frischhaltefolie ausrollen, dann hast du die schwierigste Hürde beim Backen von  Zimtsternen schon genommen. Sterne ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Die Sterne mit dem zurückgestellten Eischnee bestreichen.

Backofen vorheizen und die Sterne bei 130° ca. 12-16 Min. auf unterster Schiene backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Tipp: Nicht das die kleinen Teile bei mir sehr alt werden, aber wenn du sie in einer mit Butterbrotpapier ausgelegten Blechdose aufbewahrst, halten sie sich locker ein paar Wochen.

Nussbrot …super super lecker

Zutaten für eine normale Kastenform: nussbrot

  • 600 g Speisequark 20 %
  • 4 Eier
  • 120 g Kokosmehl
  • 40 g Haferkleieflocken
  • 60 g Leinsamen, geschrotet
  • 60 g Chiasamen
  • 60 g Walnüsse, gehackt
  • 60 g Haselnüsse, gehackt
  • 60 g Mandeln, gehackt
  • 1 Päckchen Rheinstein Backpulver
  • 1 Päckchen Brotgewürz
  • 2 TL Salz
  • 1 Prise Kümmel

Zubereitung:

Alle Zutaten zu einem festen Teig mit dem Mixer verkneten. Falls der Teig zu fest ist etwas warmes Wasser zugeben.

Backofen vorheizen.

Eine Kastenform mit Backpapier auslegen, den Teig einfüllen und glatt streichen.

Bei 175° ca. 45 – 60 Min. backen.

Tipp: Ich habe ganze Nüsse und Mandeln gekauft und einfach im Standmixer mit der Pulse-Taste gehackt. Wer mag kann noch ein paar Leinsamen über das Brot streuen. Da ich wohl eine etwas kleinere Kastenform besitze, habe ich einfach aus dem restlichen Teig zwei Brötchen auf Backpapier geformt und parallel zum Brot im Backofen gebacken… köstlich.

 

Fazit:

Gesunde Ernährung muss nicht automatisch Verzicht heißen, was auf Dauer ja auch keinen Spaß macht. Du musst nur ein wenig kreativ sein und / oder einen gut sortierten Bioladen in deiner Nähe wissen 😉

Ich jedenfalls freue mich auf meine süße UND für mich gesunde Nascherei in der Adventszeit. Das obige Nussbrot kannst du natürlich einfach wie üblich mit Käse & Co. belegen, aber wenn du es mit süßem Fruchtaufstrich versiehst, dann geht es glatt auch noch als süßes Gebäck durch.

Eine super leckere, süße und auch noch gesunde Woche wünscht dir

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