Von wegen ‚Arme Leute Essen’…

linseneintopfJetzt kommt die richtige Jahreszeit für Eintöpfe & Co. Und wer erinnert sich nicht an seine Kindheit mit Linsen-, Erbsen- und Bohneneintopf? Keine Panik, so deftig wird es heute nicht, aber ich möchte dir gerne meine Vorliebe für eine dieser Hülsenfrüchte näher bringen. Bereit?

 

Die ‚gemeine‘ Linse unserer Kindheit

In meiner Kindheit gab es noch nicht so eine prachtvolle Auswahl an Linsensorten wie heute, sondern nur die Tellerlinse. Ziemlich hartschalig, brauchte lange Kochzeiten bis sie gar war, daher eignete sie sich andererseits ideal für einen Eintopf, der bekanntlich ja laaaange köcheln muss und am besten schmeckt, wenn er mehrfach aufgewärmt wird.

Der Linseneintopf zählt zwar auch heute noch zu einem meiner Lieblingsgerichte, aber mittlerweile gibt es so viele tolle andere Linsensorten, dass er fast schon ein wenig zu kurz kommt.

Die Vielfalt macht’s

Im Angebot habe ich heute: Belugalinsen, Berglinsen, rote und gelbe Linsen, Puy-Linsen und natürlich auch weiterhin die schon bekannte Tellerlinse.

Belugalinsen

Belugalinsen sowie Puy-Linsen zählen zu den edelsten unter den Linsensorten. Die Belugalinse, auch Kaviarlinse genannt, ist klein und schwarz. Sie hat einen besonders feinen Geschmack und eine feste Konsistenz. Belugalinsen werden gerne in der gehobenen Küche eingesetzt.

 

 

Puy-Linsen

 

Puy-Linsen stammen aus Frankreich und verfügen über einen eher nussigen Geschmack mit knackigen Biss. Sie eignen sich daher auch ideal für Salate.

 

 

 

Rote und gelbe Linsen stammen aus Indien, du hast bestimmt schon mal etwas vom dortigen Nationalgericht Dal gehört, in dem sie aufs köstlichste mit vielen Gewürzen und Kräutern verarbeitet werden. Da sie bereits geschält sind, werden sie schnell gar und werden sehr weich, fast schon breiig, was für o.g. Dal ideal ist.

TellerlinsenTellerlinsen sind, frisch geerntet, eher grün, verfärben sich dann aber hell- bis mittelbraun. Sie sind die größten Linsen (ca. 7 mm Durchmesser) und schmecken erdig. Beim kochen werden sie sämig und weich, sind deshalb besonders gut für rustikale Suppen und Eintöpfe geeignet. Du kannst aber auch Aufstriche, Aufläufe und Bratlinge daraus zaubern. Sie sind allerdings im Gegensatz zu den anderen hier aufgeführten Linsen, recht schwer verdaulich und haben immer noch eine lange Garzeit…

Berglinsen

 

Berglinsen sind etwas kleiner als Tellerlinsen. Sie haben eine helle, rot-braune Farbe. Sie sind fester und aromatischer als die Tellerlinsen und etwas feiner im Geschmack. Sie eignen sich gut für Salate, Suppen, als Beilage und als Keimlinge.

 

Es gibt noch jede Menge mehr Linsensorten, die in Deutschland allerdings meist nur schwer bis gar nicht oder in Spezialgeschäften zu bekommen sind. Der Vollständigkeit halber will ich sie dir aber schon benennen: Pardinalinsen, Château-Linsen, Lentilles blonde de la Planèze de Saint-Flour, Castelluccio-Linsen und Trojalinsen. Sollte ich hier eine Linse vergessen haben, bitte ich diese um Verzeihung 😉

Linsen = Power pur!

Sie bestehen hauptsächlich aus Pflanzenfasern, umgangssprachlich wohl eher als Ballaststoffe bekannt, und Proteinen, also Eiweiß. Was auch erklärt, warum sie unter Vegetariern so beliebt ist. Es gibt Studien die belegen, dass eine Portion Linsen pro Tag das ‚böse‘ LDL-Cholesterin um gute 5 Prozent senkt. Auch beim Gewicht reduzieren sollen sie hilfreich sein: Wer jeden Tag eine Portion Linsen ist, ansonsten seine Ernährung und Bewegung aber nicht ändert, hat nach gut sechs Wochen über 340 Gramm weniger auf der Waage. Okay, keine extreme Reduktion, aber bedenke: Auch in kleinen Schritten kommt man ans Ziel 😉

Linsen wirken sich weiterhin positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, indem sie ihn stabilisieren, was für einen Diabetiker auch nicht uninteressant sein dürfte. Linsen haben auch eine entzündungshemmende Wirkung und unterstützen die Darmflora positiv. Die Linse stärkt das Immunsystem und schützt den Darm vor Infektionen. Das schafft die Linse durch ihre Ballaststoffe / Pflanzenfasern – auf 100 Gramm Linsen kommen immerhin 8 Gramm – die durch die Darmflora in verschiedene Stoffe umgewandelt wird und somit auch der Verdauung dienlich ist. Genial oder?

Optimierer für dein Linsengericht

Um den Geschmack der jeweiligen Linsensorte noch zu steigern, kannst du sie mit Gewürzen wie Bohnenkraut, Fenchel, Cumin (Kurkuma), Koriander, Ingwer und Lorbeer zubereiten. Diese Gewürze erhöhen nicht nur das Geschmackserlebnis, sondern haben gleichzeitig eine entspannende Wirkung auf deinen Bauch.

Rezeptidee gefällig?

Nachstehend mal ein echt leckeres Rezept für einen Linsensalat mit Ente, der Salat schmeckt aber auch schon ohne Ente super gut…

Zutaten für 4 Portionen:

  • 250 gr. Puy- oder Belugalinsen
  • Salz
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Lauchzwiebel
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • ½ gelbe Paprika
  • 1 Birne
  • 4 El. Weißweinessig
  • 1 TL Senf
  • 1 TL Ahonrsirup
  • Schwarzer Pfeffer
  • 3 EL Walnussoel
  • 4 EL Rapsoel
  • 1 Entenbrust ca. 400 gr.

Zubereitung:

  • Linsen mit 1 Liter Wasser, 1 TL Salz und Lorbeer in etwa 20 – 25 Minuten bissfest kochen. Durch ein Sieb abgießen und abkühlen lassen.
  • Lauchzwiebel putzen, in feine Ringe schneiden. Sellerie, Paprika und Birne waschen, putzen und ganz fein würfeln. Mit den Linsen in einer Schüssel mischen.
  • Essig, Senf, Ahornsirup, Salz & Pfeffer verrühren. Beide Oelsorten unterschlagen und über den Salat geben.
  • Ofen auf 180 Grad vorheizen. Hautseite der Entenbrust kreuzweise einschneiden. Eine Pfanne ohne Fett erhitzen, Fleisch mit der Haut nach unten hineinlegen. Plattenhitze etwas reduzieren. 5 Minuten braten. Salzen & Pfeffern, wenden, weitere 5 Minuten braten. Die Ente mit der Fleischseite nach unten in Alufolie einschlagen und 20 – 25 Minuten im vorgeheizten Ofen weitergaren. Herausnehmen, 5 Minuten ruhen lassen. Danach in 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf dem Salat anrichten.

Übrigens:

Linsen gibt es auch noch zu Nudeln verarbeitet, was für Menschen mit Glutenintoleranz eine tolle Alternative zur herkömmlichen Hartweizennudel ist. Die Oben schon mal genannten Brotaufstriche aus Linsen gibt es mittlerweile in vielen äußerst schmackhaften Varianten von diversen Herstellern. Sie sind eine tolle Alternative zu Wurst und Käse auf dem Brot.

Vielleicht hast du für mich auch ein paar Ideen rund um die Linse? Dann teile mir deine Lieblingsrezepte im Kommentar gerne mit.

Ich wünsche dir eine ausgesprochen schmackhafte Woche, vielleicht ja mit dem ein oder anderen Linsenanteil…

Unterschrift

 

 

 

4 Kommentare zu „Von wegen ‚Arme Leute Essen’…

  1. Gestern habe ich in einem Münchner Café tatsächlich diese köstlichen kleinen Belugalinsen gegessen! Linsen, das wusste ich, aber eben nicht die Art. Danke für diesen Beitrag!

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