Ein Leben zwischen

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Champagnerduschen, Schulden und Herzinfarkt! Seine Bücher kennt fast jeder, er war einer der Größten, hatte mit 23 Jahren (!) seinen ersten Romanerfolg und mit 29 Jahren schon seinen ganz großen Romanerfolg! Ja wer denn nun wirst du dich (hoffentlich) fragen und hier kommt die Antwort: F. Scott Fitzgerald

F. Scott Fitzgerald hieß eigentlich: Francis Scott Key Fitzgerald, wurde im September 1896 in Minnesota / USA geboren und verstarb im Dezember 1940 in Los Angeles / USA.  Er hatte also gerade mal 44 Jahre um von Erfolg bis Absturz ein bewegtes Leben zu führen.

Fitzgerald1Bekannt wurde er als US-amerikanischer Schriftsteller gleich mit seinem ersten Roman ‚Diesseits vom Paradies‘, im Original ‚This Side of Paradise‘ im März 1920, also mit knackigen 23 Jahren. Er war damals bereits mit seiner Frau Zelda Sayre verheiratet und es stieg ihm und ihr der Erfolg wohl ein wenig zu Kopfe, denn nun begann sein exzessives Leben, das ihn mindestens genauso berühmt machte wie seine Bücher. Er schrieb knapp sechs Jahre später seinen nächsten großen Romanerfolg ‚Der große Gatsby‘, im Original ‚The Great Gatsby‘. Heute wird dieses Werk als eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Moderne eingestuft. Aber zu seiner Zeit wurde das Genie von Fitzgerald noch nicht wirklich erkannt, es erging ihm hier nicht anders wie vielen Künstlern zu ihren Lebzeiten. 1934 legte er noch einen großen Roman nach: ‚Zärtlich ist die Nacht‘, im Original ‚Tender is the Night‘.

Fast parallel zu seinem Erstlingswerk veröffentlichte er Kurzgeschichten, die bekannteste trug den Titel ‚Head and Shoulders‘ … ich frage mich gerade ob Procter & Gamble hier irgendwie geklaut haben 😉 … na, mir soll’s egal sein. Neben diesen Kurzgeschichten veröffentlichte er auch zahlreiche kleinere Bücher, die allerdings zu seinen Lebzeiten eher zur Gattung Ladenhüter zählten und erst nach seinem Ableben zu einer gewissen Bekanntheit kamen.

Scott_ZeldaJedenfalls durch seinen überraschenden Erstlingserfolg im Jahre 1920 begann für ihn und seine Frau ein Leben in der Öffentlichkeit: Champagner & Co. nächtelang auf allen angesagten Parties, Reisen, Empfänge etc. Ein Leben in und für die Öffentlichkeit. Da er stets von Selbstzweifeln – auch typisch für meist herausragende Künstler – geplagt war, fand er früh Halt im Alkohol, der ihm schlussendlich zum Verhängnis wurde. Auch seine Frau Zelda war dem öffentlichen Leben nicht wirklich gewachsen, sie erkrankte bald psychisch und es begann ein ständiger Wechsel zwischen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken und Alltagsleben. Das Ehepaar war so damit beschäftigt, sich mit Glamour selbst zu vermarkten, dass ihre eigenen Bedürfnisse auf der Strecke blieben.

In den 1930er Jahren war Fitzgerald als Autor schon fast in Vergessenheit geraten. Sein heutiger Weltruhm begann erst nach seinem Ableben in den 1940er Jahren.

Bevor er 1940 mit 44 Jahren starb, ’nutzte‘ er die Zeit für einen rasanten Lebensstil, der eher von einem Popstar als einem Schriftsteller erwartet wird: wilde Parties und reichlich Eskapaden.

Heute kann man behaupten, dass Scott & Zelda ihrer Zeit durchaus ein gutes Stück voraus waren. Sie lebten eine reichlich turbulente Ehe auf offener Bühne, worauf sich der heute noch bekannte Glamour von Fitzgerald eigentlich hauptsächlich bezieht. Zelda war neben Scott ebenfalls eine gleichermaßen glamouröse wie tragische Figur und zusammen waren sie das wildeste Kultpaar der Zwanziger Jahre. Sozusagen die intellektuelle Variante von Liz Taylor und Richard Burton.

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Nächtliches Nacktbaden im Pool und lautstarke Taxifahrten auf dem Autodach gehörten zu ihrem Standardrepertoire und hätte es damals schon Facebook & Co. gegeben, sie hätten sicherlich zigfache Follower gehabt.

Ihre oben schon erwähnte Reiselust befriedigten sie mit Aufenthalten in Italien, Frankreich und England. Als 1921 ihre Tochter Frances, später Scottie gerufen, geboren wurde, wurden sie in St. Paul sesshaft, was sie jedoch nicht daran hinderte, weiterhin eifrig Parties zu geben und zu besuchen.

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Scott Fitzgerald verdiente zu dieser Zeit zwar ausgesprochen gut, der mondäne und freigiebige Lebensstil überstieg allerdings regelmäßig seine Einnahmen. Dies führte zu Schulden und ihn zum Verleger, um einen Vorschuss zu erbitten.

Im Jahre 1937 war es dann schon länger vorbei mit Glamour & Parties und Fitzgerald, mittlerweile starker Alkoholiker, freut sich über jeden noch so kleinen Auftrag, den er als Drehbuchautor bei den Hollywoodstudios abgreifen kann. Die Honorare sind mehr als bescheiden, doch er muss davon die Klinikaufenthalte von Zelda…sie ist mittlerweile Dauergast in der Psychiatrie und die Internatskosten für die inzwischen schulpflichtige Tochter Scottie begleichen.

Er hat bereits keinen festen Wohnsitz mehr und schwankt zwischen dem aussichtslosen Kampf gegen seine Trunksucht und dem Kampf um namentliche Nennung und Aufträge in den Hollywoodstudios von L.A.

Er war nie ein Kind von Traurigkeit und nun, da Zelda die meiste Zeit in irgendwelchen Psychiatriekliniken weilt, beginnt er seine letzte Liebschaft: Sheila Graham, zu dieser Zeit eine bekannte Klatschkolumnistin. Auch hier geht es für Scott typisch, nur mit vielen Ups and Downs.

Er lebt zeitweise im Hotel Garden of Allah und wenn sich dort am Pool zu nächtlichen Parties das How is How der damaligen Zeit traf, mischte er sich heimlich und unerkannt unter die Gäste, naschte vom Buffett und bediente sich beim Champagner.

ZeldaZelda und er waren zwar immer noch verheiratet, doch allein durch die räumliche Trennung bestand ihre Ehe faktisch nur noch auf dem Papier. Als Fitzgerald im Dezember 1940 starb, starb er in den Armen seiner letzten Geliebten Sheila Graham. Zelda überlebte ihn acht Jahre und starb bei einem Brand im Highland-Krankenhaus in Asheville.

Heute ist die Größe seiner literarischen Werke unumstritten und sein exzessives Leben wird zur Nebensache. Da seine Romane vielfach biographische Züge haben, er sogar nachweislich seitenweise Passagen aus Zeldas Tagebuchnotizen verarbeitete, kann man wohl sagen, dass ohne seine Champagnerparties, Affären, Schulden, Depressionen und Herzinfarkte keines seiner Werke so geworden wäre.

Es ist schon wirklich heftig wie groß die Asymmetrie zwischen seinem Abstieg als Schriftsteller zu Lebzeiten und sein postumer Aufstieg in die Weltliteratur ist.

Die Verfilmung seines Romantitels ‚Der Große Gatsby‘ mit Leonardo di Caprio kennst du sicherlich, solltest du Fitzgerald als Schriftsteller noch nicht genossen haben… ich kann ihn dir nur empfehlen!

Wenn ich dich neugierig gemacht haben, wünsche ich dir eine interessante Lesezeit mit F. Scott Fitzgerald.

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