It’s tea time …

SchaukelstuhlDraußen wird es nicht unbedingt gemütlicher in dieser Jahreszeit und schon wächst in uns das Bedürfnis nach Wärme: innerlich und äußerlich! Was gibt es also Besseres als eine gemütliche Couch, eine Tasse oder gleich eine ganze Kanne Tee? Vielleicht wird unser Wohlgefühl noch durch nette Gesellschaft oder einem interessanten Buch optimiert. Damit es zumindest beim Tee klappt gibt es heute mal das kleine ABC des Tees!

Tee … Lebenselixier und Kulturgut

Mittlerweile trinkt man wohl überall auf der Welt Tee. Ihren Ursprung hat die Teepflanze in Indien und China. Der Aufguss aus Blättern und anderen Teilen der Teepflanze hat einen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. Es gibt kaum ein Land, in dem nicht Tee getrunken und zum Teil in regelrechten Teezeremonien zubereitet wird.

TeaTime

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„It’s tea time“ – so heißt es in ganz Großbritannien, wenn am Nachmittag das Tee trinken regelrecht zelebriert wird. Denn Tee ist weit mehr als ein Aufgussgetränk. Er ist Genussmittel und Kulturgut und für Teeliebhaber sogar Lebenselixier.

Schon gewusst?

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Ob als Assam oder Darjeeling aus Anbaugebieten in lndien, als Ceylon-Tee aus den Höhenla­gen Sri Lankas oder als Tees aus einer der vielen Provinzen des Tee-Ursprungslands China – es gibt inzwischen eine schier unendliche Vielfalt an Teesorten unterschiedlichster Geschmacksrichtungen. Die Geschmackspalette reicht dabei von blumig oder fruchtig bis hin zu würzig.

Durch „Feinpflückung“ zu höchster Qualität 

Die vielen verschiedenen Teesorten werden allesamt aus der immergrünen Teepflanze gewonnen. Die heutigen Teepflanzen haben sich irgendwann mal vom strauchartigen chinesischen Tee und dem indischen Assam-Tee abgeteilt, ursprünglich war der Assam-Tee mal ein Baumgewächs. Heute werden viele unterschiedliche Teesorten an­gebaut, die alle aus Kreuzungen dieser beiden Tee-Urahnen hervorgegangen sind.

Kultiviert wird die Teepflanze seit dem 19. Jahr­hundert. Damit sie wächst, braucht sie Höhenlagen mit etwa vier Stunden Sonne pro Tag und regelmäßigen Niederschlag. Die jungen Pflanzen werden zunächst in Aufzuchtbeuteln aus Samen gezogen. TeeplantageDiese Zöglinge werden erst nach neun Monaten auf der Teeplantage ausgepflanzt und die erste Ernte ist frühestens nach drei bis sechs Jahren möglich. Also ist schon beim Anbau Geduld gefragt und nicht nur beim Tee trinken ;-).

Für den Aufguss werden vor allem die Teeblätter genutzt. Über die Qualität des Tees ent­scheidet jedoch in erster Linie die Art der Pflückung: Die gewöhnlichen Tees werden als sogenannte Grobpflückung gewonnen. Dabei werden ne­ben der Knospe bis zu fünf Blätter gepflückt. Während der Erntezeit klappt das etwa alle 14 Tage, da die Knospen und Blätter nachwachsen. Höchste Qualität jedoch besitzt Tee, der als Feinpflückung gewonnen wird. Tee-ErnteHandverlesen werden dabei nur die Knospen und die ersten beiden zarten Teeblätter in zeitlich genau festgelegten lntervallen geerntet. Die Qualität des Tees, die sich zum Beispiel aus Qualitätsbezeichnungen wie der Abkürzung TGFOP (Tippy Golden Flow­ery Orange Pekoe) ergibt, ist auch von der Ernteperiode abhängig: Hohe Qualität liefern die erste Ernte im Frühjahr und die zwei­te Ernte im Mai. Ernten dazwischen oder nach der zweiten Ernte sind meistens von geringerer Qualität. Diese Tees sind daher auch preisgünstiger.

Vom Teeblatt zum Aufgussbeutel!

Die Teeblätter werden nach der Ernte über Rol­len mechanisch zerkleinert. Je nach dem, wie groß die entstehenden Teile sind, wird zwi­schen Blatt-Tee, Broken-Tee, Fannings und Dust unterschieden. teebeutel In der Teeproduktion verbreitet ist insbesondere der stärker zerkleinerte Broken-Tee. Denn er ist weitaus ergiebiger als Blatt-Tee. Die besonders kleinen Sortierungen Fannings und Dust sind noch ergiebiger und kräftig, da sie aufgrund der größeren Oberfläche mehr Aro­ma in kürzerer Zeit ins Wasser abgeben. Sie werden daher vor allem zur Herstellung von Aufgussbeuteln genutzt. Der Zerkleinerungsgrad ist jedoch für die Teequalität nur bedingt entscheidend. Wenngleich Teekenner vor allem dem Blatt-Tee, der aus ganzen, nicht gebrochenen Blättern besteht, ein feineres Aroma zusprechen.

Wie kam es zum Teebeutel?

teabagDie ldee, Tee in Teebeuteln anzubieten, geht auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, als es Usus wurde, Tee als Ware zu versenden. Der Tee wurde dabei in klei­ne Seidenbeutel verpackt, damit er besser zu transportieren war. lnzwischen wird Tee im Teebeutel portionsweise angeboten. Allgemein gilt er als weniger hoch­wertiger Tee. Das aber ist trügerisch. denn loser Tee und Teebeuteltee stam­men nicht selten aus der gleichen Pflückung.


Welche Farbe soll es sein: Schwarz, grün oder weiß?
Tee hat viel zu bieten

Marktstand-TeesortenTeetrinker schwören oft auf die Farbe: schwarz oder grün oder doch lieber weiß? Mit der Teepflanze hat sie aber nichts zu tun. Denn welche Farbe der Tee besitzt, hängt allein von der Aufbereitung der Teeblätter ab.

Nach der Ernte werden die Teeblätter durch ei­nen kontrollierten Welkprozess aufbereitet und zerkleinert. Kommt der in den grünen Blättern enthaltene Zellsaft dabei mit Sauerstoff in Berührung, so wird er oxidiert und dun­kelt, ein Prozess, der als Fermentation bezeichnet wird. Es bildet sich „schwarzer Tee“. Mit dem Oxidationsprozess entsteht dabei des­sen charakteristisches Aroma. Beim sogenannten Oolong-Tee ist die Oxidationsdauer kürzer als beim schwarzen Tee. Er wird daher oft auch als halbfermentierter Tee bezeichnet. Grüner Tee wird im Gegensatz zum schwarzen Tee nicht fermentiert, sondern durch Dämpfen oder Rösten haltbar gemacht. Dabei behält der Tee seine grüne Farbe. Auch der weiße Tee stammt von der gleichen Teepflanze. Er ver­dankt seinen Namen der Tatsache, dass die Blätter nur minimal verarbeitet werden und dadurch feine weißliche Härchen auf der Blattoberfläche erhalten bleiben, die dem Tee eine helle Farbe verleihen.

Auf die richtige Zubereitung kommt es an!

Wer eine .“gute Tasse Tee“ genießen will, sollte sich, unabhängig von der Farbe, an die Spielregeln der richtigen Zubereitung halten. Das be­ginnt schon bei der Lagerung. Tee sollte stets trocken und vor Wärme geschützt lagern und so, dass er nicht Aromen von anderen Tees, Lebensmitteln oder gar Gewürzen übernimmt und dadurch seinen Eigengeschmack verliert. ldealerweise wird Tee somit in luftdicht verschließbaren Dosen aufbewahrt.

Aroma oder pur?

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Weit verbreitet sind aromatisierte Tees. Dabei werden dem Tee Blüten, Gewürze, kleine Fruchtstücke oder Aromastoffe zu­gesetzt. Bekannt als aromatisierte Tees sind insbesondere der Earl Grey, der Jas­mintee und der Chai-Tee. Voll im Trend liegt zudem derzeit der aus Japan stammende leuchtend grüne Matcha -Tee aus gemahlenen Grünteeblättern.

Zum Aufgießen eines schwarzen Tees verwendet man am besten frisches, sprudelnd kochendes Wasser mit geringem Härtegrad. Der Tee sollte anschließend drei bis fünf Minuten ziehen, damit sich die Aromen entfalten können. Zeituhr Bei eher kurzer Ziehzeit wirkt der Aufguss anregend, ein Effekt, der sich bei längerer Ziehzeit verliert, wobei der Tee bei einer Ziehdauer von mehr als fünf Minuten einen bitteren Geschmack bekommt.


Schon gewusst?

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Bei der Zubereitung von grünem und weißem Tee musst du ganz anders vorgehen. Bei diesen Teesorten sollte das Wasser nach dem Aufkochen einige Minuten abkühlen, damit die enthalte­nen Aromastoffe nicht zerstört werden. Die Ziehzeit beträgt hier nicht mehr als drei bis vier Minuten.ChinesischerTee

Seine anregende Wirkung verdankt der Tee dem Koffein, früher als Teein bezeichnet. Dabei ist der Koffeingehalt mit bis zu fünf Prozent, bezogen auf die Trockenmasse, sogar höher als im Kaffee. Die anregende Wirkung des Koffeins entfaltet sich beim Tee jedoch deutlich langsamer als beim Kaffee. Neben Koffein gibt es außerdem sogenannte Gerbstoffe, die dem Tee häufig eine etwas herbe Geschmacksnote verleihen. Tee enthält außerdem sogenannte Flavonoide, also Pflanzeninhaltsstoffe, denen eine antioxidative und damit gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird.

Nicht nur Genuß, sondern auch noch gut für die Gesundheit:  Heil- und Kräutertees

Der Begriff Tee steht für ein Aufgussgetränk. Doch nicht jeder Tee wird aus der Teepflanze gewonnen.  Es gibt auch eine Vielzahl an Kräutertees. KamillenteeSie können aufgrund ihrer günstigen Wirkung auf unsere Gesundheit auch als Heiltee eingesetzt werden. Baldrian-. Brennnessel-. Fenchel-. Hagebut­ten- und Kamillentee – die Liste der Kräutertees mit heilsamen Wirkungen ließe sich fast unbegrenzt fortsetzen. So wirkt zum Beispiel Melisse beruhigend und ist günstig bei Herz-­ und Kreislaufproblemen, während Pfeffermin­ze, ebenso wie lngwer, Übelkeit und Brechreiz lindern kann.

Damit der jeweilige Tee als „Heiltee“ wirken und entsprechend angeboten werden kann, muss jedoch eine hohe Qualität gesichert sein. Denn Tee ist nicht gleich Tee. So gibt es bedeu­tende Unterschiede zwischen dem im Super­markt gekauften Tee, der als Lebensmittel gehandelt wird, und dem in der Apotheke oder Bioladen erhält­lichen Arzneitee aus kontrolliertem Anbau: Wer auf die heilsame Wirkung setzt, ist deshalb gut beraten seinen Tee über die Apotheke oder den Bioladen seines Vertrauens zu beziehen. Denn dort werden Tees angebo­ten, die als Arzneitees zugelassen sind, mit entsprechendem Gehalt an wirksamen lnhaltsstoffen und gesicherter Qualität.

Wichtiger Hinweis:

Heiltee

Multitalent Roibuschtee

roibuschRoibusch-, Rooibos- oder Rotbuschtee wird aus der Rotbuschpflanze hergestellt, die nur im Westen Südafrikas wächst. Es handelt sich um einen koffeinfreien Tee, der wegen seiner guten Verträglichkeit von vielen Teeliebhabern als Alternative zu schwarzem oder grünem Tee geschätzt wird. Auch Roibuschtee hat günstige gesundheitliche Effekte. Er wirkt entkramp­fend auf Magen und Darm und wird, mit Milch gemischt, bereits Säuglingen mit sogenannter Dreimonatskolík gegeben. Außerdem werden dem Multitalent Rooibos aufgrund seiner ln­haltsstoffe (Flavonoide und Zink) heilsame Effekte bei Allergien zugeschrieben sowie bei der Wundheilung und bei Entzündungspro­zessen. Der Tee soll zudem die Bildung des „Glückshormons“ Serotonin im Körper ankurbeln und damit ausgleichende Wirkungen bei psychischen Problemen haben.

So, wer jetzt gar nicht mehr weiß, welcher Tee ihm am besten schmeckt, für den habe ich noch einen Tipp auf Lager:

Tee_loseEinfach mal in einen richtigen Teeladen reinschauen und die eigene Nase in die eine oder andere Tee-Test-Dose halten und intuitiv entscheiden ;-).


Falls du es nochmals auf einen Blick und ganz genau wissen willst, habe ich hier eine Übersicht für die Zubereitungszeiten je Teesorte:

Welche Zeit für welchen Tee

Welche Zeit für welchen Tee…

Ich freue mich jedenfalls schon auf meine nächste Teezeit und wünsche auch dir eine kuschelig warme, entspannte und genüssliche Teezeit.

BiWi

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7 Kommentare zu „It’s tea time …

  1. Sehr informativer Beitrag. Tee wird bei uns sehr viel getrunken. Das Thema hast du wirklich super aufbereitet mit schönen Fotos und Grafiken. Hat Spaß gemacht. LG von gartenkuss 🌸

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