Draußen nur Kännchen

...nur Kännchen

…nur Kännchen

Kommt dir bekannt vor? Jetzt ist es wieder soweit: Du machst einen schönen Ausflug ins Grüne, findest ein nettes Café mit Terrasse… du hast Lust auf eine köstliche Tasse Kaffee und dann  antwortet dir die Bedienung: Draußen nur Kännchen! Super, du wolltest aber nur eine Tasse. Und jetzt? Du gibst nach und akzeptierst das Kännchen oder du bestellst ein anderes Getränk, das auch auf der Terrasse Tassen- oder Glasweise serviert wird.

Dieses ‚Draußen nur Kännchen‘ ist für mich eine Unsitte und lässt bei mir ein Gefühl von Abzocke hochkommen. Schließlich bekomme ich ohne Probleme eine Tasse Espresso serviert.

espresso

Vielleicht war es mal eine sinnvolle Sitte, aber die hat sich wohl irgendwie überlebt und steht bei ausländischen Touristen bereits seit langem für ‚typisch Deutsch‘.

Die Sitte, sich für einen Theater-, Opern-, Konzert- oder Ballettbesuch hübsch und gepflegt zu kleiden, macht meines Erachtens nach immer noch Sinn:

KleidungInnerlich bereite ich mich auf den Kulturgenuss vor, tausche also nicht nur Bürostuhl gegen Parkettstuhl. Bin womöglich mit meinen Gedanken eben immer noch ganz woanders, obwohl die Aufführung bereits seit geraumer Zeit angefangen hat.

Äußerlich zeige ich damit Achtung und Respekt vor den Künstlern und deren Leistung.

Seit geraumer Zeit hat sich in diesem Rahmen allerdings eine echte Unsitte eingeschlichen: Speziell im Winter und auch sonst ist sie recht augenfällig. Die Besucher des Kulturgenusses sind scheinbar durch den Kauf des Tickets so verarmt, dass sie sich die ein bis zwei Euro für die Garderobe nicht mehr leisten können. Oder wie erklärst du dir, dass immer mehr Besucher im Theater oder Oper ihre dicken Jacken und Mäntel auf dem Schoß lagern? Also an mangelnder Raumtemperatur kann es wohl kaum liegen. Es ist sehr beschwerlich an diesen Personen innerhalb der Sitzreihen vorbeizukommen. Noch besser wird es, wenn besagte Mäntel usw. einfach auf der Rückenlehne der Vorderreihe gelagert werden, wenn dort noch keiner sitzt.

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Aber es gibt Hoffnung für mich: Mittlerweile stelle ich sehr positiv fest, dass das eine oder andere Kulturhaus es ausdrücklich untersagt Mäntel & Jacken mit in den Zuschauerraum zu nehmen. Eindeutige ‚Garderobenignoranten‘ werden freundlich, aber bestimmt zur Garderobe gebeten. Wie ich finde: eine sinnvolle Sitte!

Im Büroalltag fällt mir immer wieder auf, dass die Menschen grußlos aneinander vorbei hasten, sei es weil sie soviel zu tun haben, es eilig haben, in Gedanken sind etc. Was kostet es den Grußlosen an Energie oder gar Zeit? Wohl kaum die Welt. Der Wert eines kurzen Lächelns oder erwiderten Kopfnickens ist dagegen immens.

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Und wenn ich schon im Büroalltag bin, fällt mir noch etwas auf: Es scheint eine weitverbreitete Gattung Spülmaschinen in deutschen Haushalten zu existieren, die ganz offensichtlich beißen! …oder vielleicht auch um sich schlagen, sobald man sie öffnet und das benutzte Geschirr in die Maschine einräumt. Also stellt man das Geschirr lieber einfach oben drauf, in die Spüle oder irgendwo in die Büroküche…bisher war es am nächsten Tag ‚irgendwie‘ trotzdem immer sauber und sogar wieder ordentlich im Schrank einsortiert. Geshirrdreckig

Es gibt wohl in jeder Bürogemeinschaft fleißige Heinzelmännchen, die sich immer wieder kommentarlos erbarmen.
Hier mal ein dickes DANKE an sie, trotzdem ist es eine Unsitte seitens der Spülmaschinenangsthasen.

Noch so eine Unsitte ist es in meinen Augen immer und überall erreichbar sein zu müssen und entsprechend bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten mit dem Handy am Ohr oder – ganz cool – mit so einem schnurlosen Headset durch die Gegend zu wandern. Ich persönlich finde es daher sehr angenehm, wenn in einem Restaurant meiner Wahl bereits an der Tür große Handyverbotsschilder und auf den Tischen die kleinere Ausgabe davon zu sehen ist.Handyverbot

Für mich gilt immer noch: wer wirklich wirklich wichtig ist, der kann es sich leisten, auch locker mal für ein paar Stunden nicht erreichbar zu sein!

Bei all diesen Situationen stört mich allerdings in erster Linie die fehlende Wertschätzung des jeweiligen Gegenüber oder Mitmenschen generell.

Mir würden jetzt auf Anhieb noch ein paar Sitten und Unsitten einfallen, möchte mich allerdings auch nicht weiter aufregen 😉

Ganz sicher fällt dir noch eine Sitte / Unsitte ein, über die du immer wieder stolperst. Teile sie mit mir unter Kommentar… grundsätzlich bin ich ja belastbar … 😉

Ganz im Sinne der guten Sitte wünsche ich dir eine schöne Woche!

Unterschrift

 

2 Kommentare zu „Draußen nur Kännchen

  1. Fußgänger, die ständig auf Smartphone starren – Gefahr für Auto- und Fahrradfahrer.
    Mitmenschen, die überall auf dem Boden sitzen – auf Plätzen, an Bushaltestellen usw.

  2. Stimmt! Diese Smartphone-Süchtigen fallen mir auch immer öfter auf und ich verbuche dieses Verhalten auch unter Unsitte
    Ciao
    Birgit

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