Ein Mythos der sich schon lange hält

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Gott sei Dank, denn ohne ihn wäre zumindest meine Kindheit um eine schöne Geschichte ärmer. Worum geht es heute? In drei Tagen ist es wieder so weit und sie kommen…

Genau: die Heiligen drei Könige

Wir alle kennen Sie aus unserer Kindheit, spätestens vom Religionsunterricht und sie waren immer wichtige Figuren bei der weihnachtlichen Krippe.

Heute sind wir erwachsen und können harte Tatsachen vertragen: Die drei Herren sind leider nur ein religiöser Mythos und Legende, aber ein schöner – wie ich finde. Die tatsächliche Existenz der drei Weisen aus dem Morgenland konnte nie wirklich nachgewiesen werden. Eine Erklärung kann daher nur Versuch, Interpretation oder Vermutung sein.

Die Namen: Caspar, Melchior und Balthasar

Kaspar, Melchior und Balthasar – so sollen die Heiligen Drei Könige geheißen haben und waren wie oben schon mal angedeutet ein unverzichtbarer Bestandteil jeder Weihnachtskrippe und zählen zu den bedeutsamsten Figuren darin.

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Woher kamen sie?

Der Legende nach stammten die drei Männer aus dem sogenannten Morgenland, dem heutigen Nahen Osten. Sie trugen eine Art orientalische Tracht, was auf eine Herkunft aus Persien deutet. Die heiligen drei Könige wurden auch als die Weisen aus dem Morgenland betitelt, was vermuten lässt, dass sie dort als Wissenschaftler, sprich zu der Zeit als Sterndeuter, heute würde man sagen Astrologen, tätig waren. In dieser Funktion beobachteten sie zur Weihnachtszeit das Aufgehen eines neuen Himmelssterns. Dieser Stern präsentierte sich am Himmel mit einem hell leuchtenden Schweif und war, glaubt man wissenschaftlichen Untersuchungen, wahrscheinlich kein Komet, sondern eine enge Begegnung der beiden Planeten Jupiter und Saturn.

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Einer anderen Legende nach wurden die Weisen auch als Magier und Zauberer bezeichnet. Sie hatten ein Gespür für das Übersinnliche, was auch für Alchemisten galt, die damaligen Heiler.

Leben und Sterben der drei Heiligen Könige

Es ranken sich allerlei Legenden um das Leben der drei: Aufgrund ihres Erscheinungsbildes wurden sie meist als recht wohlhabend dargestellt. Es wird behauptet, dass jeder von ihnen durch Apostel Thomas zum Bischof ernannt worden sei. Außerdem sollen sie als erfolgreiche Missionare gearbeitet haben und kurz nacheinander gestorben sein.

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Wieder einer anderen Legende zufolge wurden die Heiligen Drei Könige in einem gemeinsamen Grab beigesetzt, das im Jahr 326 von der Heiligen Helena gefunden worden sein soll. Im Juli 1164 gelangten die Gebeine in den Kölner Dom, wo sie seitdem ruhen und als Reliquien im Dreikönigsschrein verehrt werden.

Was bedeuten die Namen Caspar, Melchior und Balthasar?

Der Name Caspar stammt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie ‚Hüter des Schatzes‘ oder auch ‚Schatzmeister‘. Caspar wird auf Bildern oft als farbiger Afrikaner abgebildet und überreicht Myrrhe als Geschenk. Myrrhe steht als Symbol für das Menschsein.

Melchior kommt aus dem Hebräischen und steht für ‚König des Lichts‘. Melchior hat europäische Gesichtszüge und überreicht Gold als Geschenk. Gold wird als das kostbarste Gut angesehen. Also einem König, dem Sohn Gottes, durchaus würdig.

Der Name Balthasar stammt ebenfalls aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie ‚Gott schütze sein Leben‘ oder auch ‚Gott wird helfen‘. Balthasar wird mit einer asiatischen Herkunft in Verbindung gebracht. Er überbringt Weihrauch, der als göttliches Symbol gilt.

Der Ursprung

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige hat ihren Ursprung vermutlich im Matthäus-Evangelium. Dort ist nachzulesen, dass Weise, Magier und Sterndeuter aus dem Morgenland kamen, um dem neugeborenen König Ehre zu erweisen. Ähnlich, wie die Hirten, waren sie dem am Himmel aufgegangenen, leuchtenden Stern gefolgt, der sie bis zum Krippenstall der Heiligen Familie brachte.

Als Angehörige der damaligen Oberschicht hatten sie hohes Ansehen und waren reich genug um dem Kind mit Gold, Weihrauch und Myrrhe ihre Aufwartung zu machen.

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Im Matthäus-Evangelium werden die Männer weder namentlich noch in ihrer Anzahl genannt. Diese wurde erst später aus der Anzahl der Geschenke abgeleitet. Matthäus bezeichnete sie auch nicht als Könige. Dieser Brauch besteht erst seit dem 8. Jahrhundert. Aber viel wichtiger, als die eigentliche Geschichte der Heiligen Drei Könige, scheint jedoch deren symbolische Bedeutung zu sein:

Die Symbolik

So galt die Zahl Drei in vielen Kulturen als heilig und kennzeichnete göttliche Konstellationen in Religion und Mythos. Als Beispiele können hier u.a. die christliche Trinität, die Einteilung der Welt in Himmel, Erde und Unterwelt genannt werden. Auch in Märchen und Redewendungen spielt die Drei eine wichtige Rolle. Denk mal an: Drei Wünsche frei haben… drei Brüder… oder in drei Teufels Namen… und zu guter letzt: aller guten Dinge sind drei.

Betrachtet man das Zusammentreffen von Hirten, Weisen, Ochs und Esel, fällt auf, dass sich die in vielen Jahrhunderten entstandenen Interpretationen in einem ähneln: Sie besagen alle, dass die Hirten und der Ochse für die Juden stehen und die Weisen und der Esel die Heiden symbolisieren. Alle zusammen stehen jedoch andächtig und von Frieden erfüllt gemeinsam im Stall, um dem menschgewordenen Messias zu huldigen. In Anbetracht vieler heutiger Glaubenskriege und Krisengebiete könnte man davon ausgehen, dass dieser eine Moment im Stall in Bethlehem der friedlichste Moment auf Erden war. So betrachtet, ist er für mich ein großes Symbol für Hoffnung, egal welchem Glauben man angehört.

Schutzpatrone

Die drei Weisen waren damals selbst Reisende mit Ziel Bethlehem. Sie gelten bis heute als Schutzpatrone aller Reisenden und Gastwirte. Allerdings wurden sie offiziell nie ‚heilig‘ gesprochen. Die an Haustüren und Stallwände geschriebenen Anfangsbuchstaben ihrer Namen sollen dazu beitragen, die entsprechenden Gebäude samt Bewohner – also Mensch & Tier – vor Schaden zu bewahren.

Die Sternsinger

12-SternsingerDie ersten Sternsinger zogen im 16. Jahrhundert von Tür zu Tür. Begleitet von ihrem Lehrer klopften die Schulkinder an die Türen von Häusern, um den darin lebenden Menschen die Geschichte von Jesus Christus vorzusingen. Im Anschluss daran wurde das Haus mit einem an die Tür gemalten Kreuz gesegnet. Zum Dank erhielten die Kinder kleine Belohnungen in Form von Nüssen und Äpfeln.

Auch heute besteht dieser Brauch noch. Es gehen Mädchen und Jungen im Rahmen der alljährlich stattfindenden Sternsingeraktion von Tür zu Tür. Sie verkleiden sich als Heilige Drei Könige und sammeln unter dem Motto ‚Kinder helfen Kindern‘ Spenden für weltweit in Not geratene Kinder. Dabei kommen die gesammelten Gelder jedes Jahr einer anderen Organisation zu Gute.

12-HaussegenDabei hat sich der Brauch des Haussegens gehalten. Die Sternsinger schreiben jeweils die Jahreszahl an die Tür und in deren Mitte setzen sie die Buchstaben C, M und B. Diese drei Buchstaben stehen einerseits für das lateinische ‚Christus mansionem benedicat‘, auf deutsch heißt es: Christus segne dieses Haus. Man kann diese drei Buchstaben aber auch mit den Anfangsbuchstaben der drei Königsnamen Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung zu bringen. Egal, der besonderen Buchstaben- und Zahlenkombination wird nachgesagt, das diese eine gewisse Schutzwirkung besitzen und das Böse von den entsprechenden Häusern fernhalten.

Warum ausgerechnet der 6. Januar als Feiertag?

Der 6. Januar gilt als der Tag, an dem die Heiligen Drei Könige am Stall in Bethlehem angekommen sind. An dem Tag hat sich Gott in Jesus offenbart. Der 6. Januar gilt seither als ein religiöses Hochfest, und sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen, anglikanischen und orthodoxen Kirche gefeiert. Das der 6. Januar als ‚Tag der Heiligen Drei Könige`oder auch ‚Dreikönigstag‘ bezeichnet wird, ist erst seit dem 4. Jahrhundert so. Die ältesten diesbezüglich gefundenen Überlieferungen dieses Festtages stammen aus dem Jahr 336.

Aufgrund der königlichen Geschenke, die dem Jesuskind an diesem Tag überreicht wurden, findet in manchen europäischen Ländern erst an diesem Tag das „Familienfest mit Bescherung“ statt, also was bei uns schon am 24. Dezember vollzogen wird. Dieser Brauch ist beispielsweise in Griechenland, Spanien und Russland so üblich.

Da am nächsten Wochenende wieder der Tag der Heiligen Drei Könige stattfindet, bist du jetzt bestens informiert und hast keine Ausrede mehr, wenn die Sternsinger vor deiner Tür stehen…

Eine vorbereitete Woche wünscht dir

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