Besser ohne…

letters-56834_640Es gibt vieles in unserem Leben, dass sinnvoll ist und auch unser Leben, unseren Alltag bereichert, erleichtert und einfach nur schöner macht. Dass reicht von Menschen, Tieren über Dingen bis hin zu Worten. Und genau um letzteres geht es heute! Natürlich soll es – bezugnehmend auf meine Überschrift – nicht heißen, dass wir keine Worte mehr nutzen sollen. Hier geht es eher darum, welche ja und welche besser nicht. Wenn du also auch mal deinen Wortschatz entrümpeln willst, dann ließ hier weiter

Manchmal ist weniger mehr!

Im heutigen Kontext bezieht sich diese, zugegeben, oft strapazierte Aussage allerdings ausschließlich auf deinen Wortschatz. Eine gewagte Aussage, wenn wir als Normalo sowieso nur 5 – 10 % der Möglichkeiten unserer Muttersprache nutzen, von erlernten Fremdsprachen ganz zu schweigen.

Worte wirken …immer!

Ob du nun jemanden mit Schimpfworten bedenkst oder deinem Schatzi deine Liebe gestehst oder deinem Kind verbal Honig um den Bart schmierst, damit es endlich tut was du willst (Tipp: klappt eher nicht), deine Worte haben eine Wirkung. Auch wenn du mit dir redest, hört dein Unterbewusstsein fleissig zu, es kann (leider) gar nicht anders. Also solltest du ab sofort, sehr sorgfältig überlegen, wie du mit dir sprichst. Diese Art von Kommunikation läuft meist eher lautlos ab, ist uns daher eventuell gar nicht so präsent, also Obacht 😉

Deine Wortwahl bestimmt dein Handeln!

Noch ‚besser‘ wird es, wenn wir laut reden und mit unserer Wortwahl bereits unser darauf folgendes Handeln beeinflussen. Hast du das bisher auf deinem Radar gehabt? Wenn ja, super! … Theoretisch könntest du jetzt das Lesen dieses Artikels beenden, freue mich natürlich, wenn du trotzdem weiter dran bleibst 😉

Ich führe dir jetzt ein paar Wortbeispiele auf, an denen du – hoffentlich – erkennst, wie du dich selbst durch deine Wortwahl beeinflusst und zwar schon BEVOR du überhaupt in die Aktion gegangen bist. Denn bevor das Wort ausgesprochen ist, denkst du es.

Unser Leben ist das, wozu unser Denken es macht.  (Marc Aurel)

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Beispiel: Das Wörtchen Irgendwann

Ach ja, irgendwann räume ich meinen Keller auf. Irgendwann kümmere ich mich um meine Finanzen. Irgendwann möchte ich mal nach Australien. Irgendwann gründe ich eine Familie, ein Unternehmen, eine Stiftung etc. Irgendwann fange ich an, aktiv Sport zu treiben. Irgendwann möchte ich auch fließend Chinesisch sprechen können. …

Hm, kommt dir bekannt vor? Ja, mir auch. Nur die Frage ist: Wann ist IRGENDWANN? In 3 Tagen, 3 Wochen oder 3 Jahren? Genau, es ist so schön unverbindlich und deswegen beginnt weder dein Unterbewusstsein noch du selbst damit, das jeweilige Thema aktiv anzugehen. Ist dir ein Thema wichtig, dann setze dir einen konkreten Termin, bis wann du es erreicht haben willst. Bist du jemand, der auch mit Termin immer erst kurz vor Schluss startet, setze dir konkrete zeitliche Teilschritte. Zum Beispiel Thema Sport: Bis Ende des Monats XYZ Recherche aller erreichbaren Fitnessstudios. Bis Ende des darauffolgenden Monats in allen Studios Probetermine absolviert und detaillierte Vertragsinformationen eingeholt. Danach innerhalb von 10 Tagen in einem Fitnessstudio fixen Vertrag unterzeichnet und für die ersten 10 Wochen definitive Trainingstermine vereinbart und im eigenen Kalender unverschiebbar eingetragen, mit rechtzeitiger Erinnerungsfunktion!

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Beispiel: Das Wörtchen Oder

Gesund oder reich. Familie oder Karriere. Geld oder Zeit. Arbeiten oder Urlaub. Gehaltserhöhung oder mehr Urlaubstage. Beziehung oder Freiheit.

Warum denn nicht jeweils beides? Warum entscheiden? Du willst doch beides oder? 😉

In dem du schon beim formulieren deiner Aussage ein ODER einbaust, beschneidest du dich und deine Möglichkeiten. Du bist gar nicht mehr offen für die Denkweise Familie und Karriere etc. Mache es dir bewusst, wie du dich mit deiner Wortwahl selbst limitierst.

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Beispiel: Das Wörtchen Versuchen

Versuchst du zur Arbeit zu gehen? Versuchst du dein Kind anzuziehen und zum Kindergarten / Schule oder sonstwo hin zu bringen? Nein! Du tust es oder eben nicht. Mache dir bewusst, dass du jedesmal beim Gebrauch des kleinen Wörtchen VERSUCHEN dir und deinem Unterbewusstsein ein kleines feines Hintertürchen offen hältst. Gerne verwenden wir es auch, wenn wir sagen: Ich versuche pünktlich zu sein… Bei mir gehen da mittlerweile sämtliche roten Lämpchen an, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich oder wer auch immer es so formuliert, auch wirklich pünktlich ist, sinkt weit unter 50 %.

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Beispiel: Das Wörtchen Müssen

Ich muss arbeiten gehen. Ich muss jetzt nach Hause. Ich muss jetzt Sport treiben. Ich muss diesen Artikel schreiben 😉  Ich muss gar nix. Ich kann jederzeit entscheiden ob ich etwas tue oder lasse. Ausgenommen vielleicht die allerletzte Sache in unserem Leben, aber auch da gibt es ganz unterschiedliche Auffassungen… Nun, zurück zur realen Welt:

Jedes mal wenn wir für uns das Wort MÜSSEN einsetzen, geben wir die Macht über unser Handeln ab. Da wir jedoch im Grunde selbst bestimmte Wesen sind, entscheiden wir auch selbst. Klar ist es bequemer zu sagen ‚ich muss XYZ‘, dann kannst du dir immer einreden, es ist gar nicht in deiner Verantwortung was du da treibst. Auch wenn es hart wird: stimmt nicht! Du bist der Bestimmer in deinem Leben. Ergo… willst du arbeiten gehen…willst du jetzt nach Hause … willst du Sport treiben…will ich diesen Artikel schreiben etc. Werde ab sofort hellhörig, wenn du das Wort MÜSSEN verwendest und hinterfrage es.

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Beispiel: Das Wörtchen Eigentlich

Eigentlich will ich heute gar nichts mehr essen. Eigentlich will ich schon seit Wochen den Film XYZ im Kino sehen. Eigentlich will ich XYZ schon lange einen Brief / Email schreiben. Ich ‚liebe‘ dieses Wort 😉 Denn wenn jemand in meiner Gegenwart EIGENTLICH sagt, kommt von mir wie aus der Pistole geschossen die Frage: Und Uneigentlich? Für mich persönlich bedeutet EIGENTLICH in dieser Verwendung, dass für denjenigen das jeweilige Thema etc. gar nicht wichtig ist. Es gar nicht ‚seins‘ ist und derjenige etwas nur machen will, weil a) es gerade in ist oder b) es sich so gehört oder c) es (vermeintlich) so von ihm erwartet wird oder oder oder.

 

Fazit: Worte sind mächtig! Sie beeinflussen dein Leben und das Leben anderer Menschen bewusst und / oder unbewusst. Mache dir dies deutlich bevor du das nächste Mal sprichst, denn:

Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin. (Horaz)

 

Ich wünsche dir eine ‚wortbewusste‘ Woche.

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