Sei wohlwollend zu dir!

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Was ist dir denn bei dieser Überschrift so als allererstes durch den Kopf geschossen? Geht es eher in Richtung ‚Ach ja, mach‘ ich wenn ich mal Zeit dazu habe‘ oder eher in Richtung ‚Ja genau, ich kümmere mich um mich‘… alles ist möglich und wohl auch üblich, aber was ist gut?

 

 

 

Gerade im aktuell einsetzenden Jahresend-Stress bist du vielleicht nicht wirklich wohlwollend zu dir, weil du der Meinung bist: Dafür ist jetzt keine Zeit, später 😉

 

Ja und dann passiert es, genau jetzt erwischt dich eine Erkältung nach der anderen… Dein Rücken schmerzt und schmerzt… dein Kopf fühlt sich auch eher wie ein Ballon kurz vorm Platzen an. Jetzt sagst du dir: Zähne zusammen beißen und durch!

 

Kommt dir bekannt vor? Wem nicht! 😉 Nur was machst du da eigentlich genau mit dir? Wohlwollend ist das definitiv nicht. Du ignorierst die offensichtlichen Signale deines Körpers und bist auf dem besten Weg, ihn an chronische Schmerzen zu gewöhnen oder durch Schlafmangel etc. an oder gar über seine Grenzen zu steuern. Jetzt kommen auch oft ungesunde Mengen von Medikamenten zum Einsatz, getreu dem Motto: Viel hilft viel!

 

Offen gesagt, was du und ich so manches Mal mit unserem Körper anstellen, würde man bei einem Vierbeiner glatt als Tierquälerei einstufen.

 

 

Was wäre denn jetzt sinnvoll?

 

Ganz simpel gesagt: Gib deinem Körper nicht dauernd Befehle, sondern höre ihm mal zu. Erlerne eine neue Sprache, nämlich die Sprache deines Körpers.

 

Du kennst bestimmt den Film ‚Der Pferdeflüsterer‘ mit Robert Redford. Mal von seinen tollen blauen Augen abgesehen, konnte er einfach super gut verbal und nonverbal mit Pferden kommunizieren. Die Grundlage für dieses ‚Pferdeflüstern‘ stammt von Monty Roberts. Als Kind hat er oft beobachten können, wie Cowboys bei ihrer Arbeit sehr brutal mit Pferden umgegangen sind. Sie versuchten Wildpferde mit Bestrafung, Gewalt und Unterwerfung zu zähmen. Dabei beobachtete dabei auch das Verhalten der Pferde untereinander. Sie kommunizierten in einer Art Gebärdensprache untereinander. Heute ist Monty Roberts über 80 Jahre alt, unter anderem Autor, Pferdezüchter, Trainer und früher auch mal Rodeo Reiter. Weltweit bekannt wurde er der durch einen besonderen Umgang mit traumatisierten und schwierigen Pferden, eben das ‚Pferdeflüstern‘.

 

Sein Fazit lautete damals wie heute: Kooperation statt Gewalt!

 

Und hier wird es jetzt interessant für dich. Anstatt die Signale, also die Sprache deines Körpers zu ignorieren, weil es ‚gerade nicht passt‘, solltest du seine Sprache erlernen. Und aufgepasst; dein Körper spricht schon viel früher, aber eher leise, mit dir, bevor er mit Schmerzen spricht 😉

Okay und wie soll das gehen?

 

Was kommt dir in den Sinn, wenn du an deinen Körper denkst? Welches Bild kommt in dir hoch? Merke dir diesen Gedanken, schließe kurz die Augen bevor du weiterliest.

 

Was siehst du? Vielleicht ist dein Körper ein alterndes Haus? …ein wildes Tier? …ein Gefängnis? …eine schützende Schale?

 

Oder denkst du so ein Blödsinn, ich bin total eins mit meinem Körper? Ich kann dich beruhigen, denn es gibt keine richtige oder falsche Antwort. Allerdings hat deine innere Antwort durchaus Folgen. Die obige Übung läuft nämlich unbewusst täglich locker mehrere Hundert Mal in dir ab. Und je nachdem wie du ‚unbewusst‘ mit deinem Körper in Kontakt trittst, beeinflusst dies deine Gesundheit positiv oder negativ. Mitunter hat dieser geistige Körperkontakt einen größeren Einfluss auf deine Gesundheit als Ernährung, Umwelteinflüsse oder Erbanlagen.

 

Beobachte mal nur einen Tag lang deine innere Kommunikation mit deinem Körper. Du weißt nicht was ich meine?

 

  • Aah, ich bin so dick.
  • Diese Krampfadern.
  • Meine Arme sind so schlaff.
  • Mein Kopf schmerzt schon wieder, sofort ein Aspirin einwerfen.
  • Ich hasse meine spitze Nase.
  • Usw., usw., usw.

Wenn du dir bewusst ‚zuhörst‘ wirst du sehr erstaunt sein, mit wie vielen destruktiven Gedanken / Botschaften du während eines einzigen Tages deinen Körper überschüttest. Schalte um von negativer innerer Kommunikation auf ‚Hören & Danken‘.

Wie wäre es damit, dass du anstatt deinen Körper innerlich zu kritisieren, deinen Körper mal lobst? Denn obwohl du Beine mit Krampfadern hast, tragen sie dich tagtäglich von A nach B. Oder deine schlaffen Arme können dein Auto prima lenken. Und deine spitze Nase kann zig verschiedene Duftrichtungen wahrnehmen.

Denk einfach mal darüber nach, wie du ein Kind oder einen Hund motivierst, auch wenn nicht alles super läuft. Aber du gibst ihnen das Gefühl durch Aussagen wie: Ja, prima weiter so oder gut gemacht usw.

Jetzt denkst du wahrscheinlich gerade ob ich noch alle Tassen der Reihe nach im Schrank habe 😉 und ja, habe ich! Ich gebe zu, am Anfang kam ich mir schon reichlich bescheuert dabei vor. Allerdings, es hört mich ja keiner und dich auch nicht. Die Wirkung dieser veränderten geistigen Kommunikation mit deinem Körper ist jedoch so dramatisch positiv, dass du dran bleibst!

Also, wenn dir mal wieder ein Körperteil ganz besonders wehtut – behandele es wie einen Menschen, den du ganz besonders liebst. Ich weiß, es klingt komisch und ist am Anfang vielleicht schwer. Du magst deinen Rücken nicht, weil er dich mit Schmerzen quält. Sei wohlwollend zu ihm, zeige ihm wie sehr du ihn schätzt zum Beispiel beim Tanzen oder wenn du den Wasserkasten problemlos aus dem Auto heben kannst.

Diese Art der positiven geistigen Kommunikation wird auch in Schmerzseminaren gelehrt. Die positiven Veränderungen sind dabei für manche Schmerzpatienten so überwältigend, das sie beginnen zu weinen, weil sie sich erstmals liebevoll mit ihrem schmerzenden Körperteil befassen. Nachweislich kann diese wohlwollende innere Kommunikation sogar helfen, dich von Süchten wie Rauchen, Trinken oder ungesundem Essverhalten zu befreien.

Dein Körper ist eine Schatztruhe!

schatztruheWarum leben wir oft in Disharmonie mit unserem Körper? Unser menschlicher Körper ist von Natur aus eher furchtsam, gelernt in Hunderttausenden von Jahren. Der Mensch ist ein Fluchttier, genau wie das Pferd. Unsere Vorfahren konnten die wenigsten Gefahren in der wilden Urzeit durch Angriff meistern. Tief in unseren Zellen ist diese Erfahrung auch heute noch in unserem Körper gespeichert. Darum haben wir auch heute noch trotz einer relativ behüteten Zivilisation elementare Angst vor körperlichen Schmerzen, vor Ablehnung durch andere, vor intellektuellem Versagen usw. Aber genauso erleben wir Momente völliger Geborgenheit und Angstfreiheit. Unser Körper speichert auch diese und erinnert sich daran bei drohender Gefahr. Und genau diesen Vorgang kannst du durch Nachdenken ganz wesentlich unterstützen! Erstelle dir eine Liste mit Momenten, in denen du dich geborgen und entspannt gefühlt hast. Genau dieses Wissen ist deine bisher unbewusste Schatztruhe und so machst du sie dir bewusst und trainierst für Notfälle, sprich Schmerzen, Stress usw.

Fazit

Sorge für regelmäßigen guten Kontakt mit deinem Körper. Dein Körper will gefordert und gefördert werden! Soll heißen: Unternimm Dinge, bei denen dein Körper besonders gut ist. Zum Dank macht er auch bei Dingen wohlwollender mit, die er eigentlich nicht so mag / kann. Dein Geist und dein Körper sind eine Einheit. Allerdings solltest du ihm genau zuhören, um die Balance zwischen Unter- und Überforderung zu fühlen, bevor es wieder zu extremen Ausschlägen in Form von Schmerzen & Co. kommt.

Ganz besonders für die letzten Wochen des Jahres wünsche ich dir eine bewusste und wohlwollende Kommunikation mit deinem Körper. Und wenn du dann merkst, wie gut es dir tut, wirst du sicherlich gerne auch darüber hinaus so weiter machen.

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